Brasilianische Weihnachten | Natal no Brasil

Es ist so weit: Überall auf der Welt bereiten sich die Menschen wieder auf Heiligabend vor, und ich möchte euch erzählen, wie man in meiner Heimat Brasilien Weihnachten feiert:

Weihnachten im Hochsommer: Brasilien liegt auf der Südhalbkugel und steckt gerade mitten im Sommer, was in den meisten Regionen hohe Temperaturen bedeutet. Da auch zu dieser Zeit die Sommerferien bereits begonnen haben, verbringen viele Familien die Weihnachtstage am Strand. Doch auf Weihnachtsstimmung wird trotzdem nicht verzichtet;

Heiligabend als wichtigster Tag: Der 24.12, Véspera de Natal genannt, ist der wichtigste Tag, was die Feierlichkeiten angeht. Die Familien feiern zusammen und bereiten ein großes – nein, ich meine, ein sehr großes! – Weihnachtsmahl (Portugiesisch: Ceia de Natal) zu…. Und was wird denn so gegessen?

Truthahn statt Gans: Als Hauptgericht wird gern gebratene Pute oder Truthahn (Portugiesisch: peru de Natal) gegessen. Gans isst man in Brasilien nicht und ich muss gestehen, dass ich das bis heute auch nicht mag… Das Innere des Truthahns wird mit farofa gefüllt, einem Gericht aus geröstetem Maniokmehl, Zwiebeln, Knoblauch, Oliven, Speckwürfeln und Eiern. Dazu werden noch Reis und Kartoffelsalat serviert;

Großes Nachtischbuffet: Bei uns in der Familie hat jeder seine Lieblingsnachspeise immer serviert bekommen: Pudim de Leite Moça (Deutsch: Milchpudding mit Karamellsoße –zubereitet mit gezuckerter Kondensmilch), rabanadas (in Deutschland als arme Ritter bekannt), musse de maracujá (Deutsch: Maracuja-Mousse) usw.;

Künstlicher Tannenbaum: O pinheiro de Natal (Deutsch: eigentlich „die Kiefern“) darf nicht fehlen, doch die meisten Brasilianer kaufen sich einen künstlichen Baum, den sie mehrere Jahre benutzen. Was ebenfalls nicht fehlen darf, sind Lametta, bunte Kugeln und elektrische, bunte Blinklichter (Portugiesisch: pisca-pisca);

Volle Montur für den Weihnachtsmann – trotz Hitze: Papai Noel (Deutsch: Weihnachtsmann) kommt nicht in Badesachen – obwohl ihm das bei 30/35°C sicherlich angenehmer wäre -, sondern hat die volle Montur an, wie man von den europäischen Weihnachtsmännern auch kennt. Die Bescherung (Portugiesisch: troca de presentes) gibt es erst um Mitternacht. Gerade in Großfamilien wird gern gewichtelt, was wir amigo secreto nennen (Deutsch: „geheimer Freund“);

Reste essen am 25.12.: Die wichtigsten Feierlichkeiten zu Weihnachten finden – wie gesagt – am Heiligabend statt: Am 1. Weihnachtstag besucht man sich unter Familien und Freunden gegenseitig. Gegessen wird das, was vom Vorabend übrig geblieben ist. Da laufen keine großen Vorbereitungen mehr. Der 26.12. ist ein ganz normaler Tag, an dem viele wieder arbeiten müssen;

Die Weihnachtsstadt: Das portugiesische Wort für Weihnachten ist Natal. Und das ist auch der Name einer Stadt im nordöstlichen Zipfel des Landes, die am 25.12.1599 gegründet wurde. Ich bin leider noch nie dort gewesen, aber viele sagen, dass die Stadt mit die schönsten Strände des Landes zu bieten hat;

Weihnachtsklassiker wie Stille Nacht und O Tannenbaum werden auch gesungen: Die portugiesischsprachigen Versionen lauten Noite Feliz (Deutsch: „Glückliche Nacht“) und Pinheirinho de Natal, wobei es natürlich auch brasilianische Weihnachtslieder gibt, wie das mittlerweile von allen verhasste Então é Natal von Simone gesungen…

Feliz Natal e Boas Festas: “Frohe Weihnachten und gute Feste”, wünscht man sich gegenseitig in diesen Tagen…

Und das wünsche ich euch auch, meine lieben Leser! Möge uns bewusst werden, worum es bei all diesen Feierlichkeiten eigentlich geht: Der Christus ist uns geboren und Er bringt Leben, Hoffnung und Frieden für all die, die das annehmen wollen… Feliz Natal!


Bom, gente! Chegou a época tão esperada do ano! Para quem – como eu – está longe do Brasil, o Natal é uma época em que a saudade da família, dos amigos e das tradições que conhecemos desde criança aumenta mais… E não tem nada melhor do que fazer uma Ceia de Natal bem brasileira para matar um pouco da saudade…

O que, na minha opinião, não pode faltar são o peru (Logo me lembro da musiquinha Peru de Natal, peru de Natal… rsrs), a salada de batata com maionese, uma farofinha bem molhadinha e um arrozinho fresquinho para acompanhar (sem uvas passas… rsrs). De sobremesa, vamos ter pudim de leite condensado e as famosas rabanadas que, aliás, dão muito trabalho para preparar, mas vale a pena ;-)

Bom, comidas à parte: Aqui na Alemanha comemoramos no Natal o Heiligabend (tradução: “Noite Santa”). Depois seguem dois dias de feriado, o “Primeiro Dia de Natal” (alemão: Erster Weihnachtstag) e o “Segundo Dia de Natal” (alemão: Zweiter Weihnachtstag)…. No texto acima, explico ao meus leitores alemães como são as festas natalinas no Brasil.

(Obs.: Trata-se da MINHA realidade e das MINHAS experiências vividas nos Estados do Rio de Janeiro e de Minas Gerais). Fique à vontade para dividir comigo e os outros leitores, de forma gentil, os costumes que você conhece e que não aparecem na lista!)

Desejo a você, não importa onde esteja, um Feliz Natal! Que você possa estar ao lado de pessoas amadas e queridas!

Que possamos nos lembrar neste dia de hoje de que o Salvador nos nasceu, trazendo vida, esperança e paz para nós… A única coisa que temos de fazer é aceitar esse presente!

Feliz Natal! Frohe Weihnachten!
Rode

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Veröffentlicht von Rode

Brasileira, residente na Alemanha, docente universitária e blogueira apaixonada por idiomas e viagens | Brasilianerin in Deutschland, Uni-Dozentin und Bloggerin mit einer großen Leidenschaft für Sprachen und Reisen

5 Kommentare

  1. Pingback: Weihnachtsbräuche in Südamerika – wie in Südamerika Weihnachten gefeiert wird - Südamerika individuell entdecken: Geheimtipps, Reiseberatung, Reisegeschichten

  2. Acho que pra mim a maior diferença entre as duas formas de festejar é o modo de ver a comemoração: aqui na Alemanha é uma festa mais calma e solene, mesmo o ritmo das cantigas é diferente. No Brasil uma festa mais agitada, uma celebração menos espiritual do que na Alemanha. Além disso a entrega dos presentes tb é beeem diferente.

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